0 Warum dein Marketing nicht anruft, wenn du es vergisst – und was dagegen hilft
- Sichtbarkeit verstehen
- von Anna Hertwig
- 30.01.2026
Warum dein Marketing nicht anruft, wenn du es vergisst – und was dagegen hilft
Es ist Freitag, 16 Uhr. Ich schaue auf meinen Kalender und sehe ihn wieder: den Eintrag „Blogbeitrag schreiben". Zum gefühlt 20. Mal verschoben. Wieder nicht geschafft.
Ich nenne mich selbst liebevoll einen Zeitoptimisten – aber ehrlich gesagt ist es einfach so: Kundenprojekte gehen vor. Umsatz geht vor. Und am Ende ist schneller Freitag, als ich gucken kann.
Und dann ist da dieses Gefühl: Die Nicht-geschafft-Liste ist länger als die Erledigt-Liste. Ich fühle mich schlecht. Denn ich weiß ja, dass Marketing wichtig ist - wer, wenn nicht ich...
Aber es schreit nicht. Es ruft nicht an. Es verschwindet einfach leise im Kalender.
Wenn es dir genauso geht – willkommen im Club. Du bist nicht allein. Und vor allem: Du bist nicht faul, nicht unfähig und auch nicht planlos. Du bist einfach nur beschäftigt. Mit dem, was Geld bringt (im besten Falle). Mit dem, was dringend ist. Mit dem Tagesgeschäft.
Aber genau da liegt das Problem.
Das Problem mit dem stillen Verschwinden
Marketing meldet sich nicht, wenn du es vergisst.
Kein Kunde ruft an und sagt: „Dein letzter Blogbeitrag ist drei Monate her." Niemand schreibt dir: „Dein Newsletter fehlt mir." Und Google schickt dir auch keine Mahnung, wenn du vier Wochen lang nichts aktualisiert hast.
Sichtbarkeit verschwindet einfach leise. Und du merkst es erst später.
Weniger Anfragen. Weniger Klicks. Weniger Vertrauen.
Und dann fragst du dich: „Warum läuft es gerade nicht so gut?" – Dabei ist die Antwort oft ganz einfach: Weil du nicht sichtbar warst. Weil du nicht regelmäßig präsent warst. Weil dein Marketing irgendwo zwischen Kundenprojekten und Buchhaltung untergegangen ist.
Das Tückische daran: Es passiert schleichend. Nicht von heute auf morgen. Sondern leise, über Wochen und Monate hinweg.
Warum regelmäßiges Marketing im Netz so wichtig ist
Hier kommt die unbequeme Wahrheit: Google, Instagram, LinkedIn und Co. belohnen Aktualität und Regelmäßigkeit.
Wer regelmäßig postet, wird häufiger ausgespielt.
Wer regelmäßig schreibt, wird besser gefunden.
Wer regelmäßig präsent ist, bleibt im Gedächtnis.
Sichtbarkeit ist kein Projekt, das man einmal macht und dann abhakt. Sichtbarkeit ist ein Prozess. Ein Marathon, kein Sprint.
Deine Website kann noch so schön sein – wenn du drei Monate lang nichts Neues zeigst, verlierst du an Relevanz. Dein Google-Profil kann perfekt gepflegt sein – wenn du nicht regelmäßig Öffnungszeiten aktualisierst, wirst du weniger ausgespielt.
Und das Schlimme ist: Wer nicht sichtbar bleibt, wird vergessen. Auch wenn die Website noch steht. Auch wenn das Angebot noch gut ist.
Ohne Marketing kein Umsatz. Aber ohne Umsatz auch keine Zeit fürs Marketing. Es ist verflixt – und das eine bedingt das andere.
Warum wir es trotzdem nicht schaffen (und warum das okay ist)
Kaum jemand macht hauptberuflich Marketing. Die Influencer da draußen vielleicht – aber die meisten von uns verdienen ihr Geld mit einer Dienstleistung oder mit Produkten. Nicht mit Content.
Marketing ist das, was nebenbei passieren soll. Zwischen Kundenterminen, Angeboten, Buchhaltung, Einkauf, Planung.
Und genau deshalb schaffen wir es nicht.
Weil Marketing keine Deadline hat, die brennt.
Weil es immer etwas „Wichtigeres" gibt.
Weil niemand anruft und fragt: „Wo bleibt dein Blogbeitrag?"
Auch ich schiebe meinen Blogbeitrag manchmal zum 20. Mal weiter. Auch ich habe Wochen, in denen ich denke: „Nächste Woche. Ganz bestimmt."
Das ist menschlich. Das ist normal. Und das ist auch okay.
Aber es braucht trotzdem eine Lösung.
Der Trend-Hopping-Wahnsinn – und warum er nichts bringt
Was mich dabei besonders ärgert: Ich sehe immer wieder Menschen, die auf Trends aufspringen, weil sie denken, das sei die Lösung.
„Instagram funktioniert nicht mehr – ich muss jetzt zu TikTok."
„Facebook ist tot – ich brauche jetzt LinkedIn."
„Meine Website bringt nichts – ich muss jetzt Reels machen."
Und dann kaufen sie das nächste Training, die nächste Masterclass, den nächsten Kurs. Und was passiert? Auch da müssen sie regelmäßig dranbleiben. Auch da dreht sich das Hamsterrad weiter.
Ich glaube fest daran: Jede Strategie funktioniert, wenn man sie konsequent und regelmäßig umsetzt.
Ja, jede Plattform hat ihre Eigenheiten. Jeder Algorithmus tickt anders. Jedes Format braucht ein bisschen Übung.
Aber wenn dein Content inhaltlich gut ist und du ihn regelmäßig veröffentlichst, funktioniert er. Auf jeder Ebene. Du musst nur dranbleiben.
Das Problem ist nicht die Plattform. Das Problem ist die Regelmäßigkeit.
Was wirklich hilft: Struktur, Termin, Gemeinschaft
Also, was tun?
Mein Rat: Such dir ein Format aus, das du gern machst.
Machst du gern Videos? Dann mach Content auf YouTube, Instagram oder einen Vlog auf deiner eigenen Seite.
Schreibst du gern? Dann starte einen Blog oder einen Newsletter.
Redest du gern? Dann mach einen Podcast.
Und dann: Finde einen Rhythmus, den du halten kannst.
Nicht „jeden Tag". Nicht „dreimal die Woche". Sondern einen Rhythmus, der zu deinem Leben passt. Einmal die Woche. Alle zwei Wochen. Einmal im Monat.
Hauptsache regelmäßig. Hauptsache verlässlich.
Und dann – und das ist der entscheidende Punkt – bring es in ein positives Setting.
Belohne dich selbst dafür. Feiere dich, wenn du es geschafft hast. Speichere das gute Gefühl ab, damit du es wieder tun willst.
Aber noch besser: Mach es nicht allein.
Warum funktioniert die Marketing-Werkstatt so gut? Weil sie genau diese drei Dinge vereint:
✅ Sozialer Druck – Du hast einen festen Termin mit anderen.
✅ Selbstverpflichtung – Du hast dich angemeldet, du bist dabei.
✅ Gemeinsames Ziel – Alle im Raum wollen das Gleiche: ihr Marketing umsetzen.
Das gibt einen anderen Raum. Eine andere Motivation. Ein anderes Gefühl.
Du bist nicht allein. Du hast Fokus. Und du kommst ins Tun.
Fazit: Sichtbarkeit braucht Rhythmus – und da braucht es manchmal Unterstützung
Marketing ist kein Sprint, sondern ein Marathon.
Du musst es nicht allein schaffen. Aber du musst es regelmäßig machen.
Und wenn du merkst, dass du es allein nicht schaffst – dann hol dir Unterstützung. Einen festen Termin. Einen Raum. Eine Gruppe. Oder ein Dienstleister, der dir alles abnimmt ;-)
Denn am Ende ist es wie mit allem im Leben: Gemeinsam geht es leichter.
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